Wo bleibt ein Gesamtkonzept Öffentlicher Verkehr?

Salzburg, 3.10.2018

Heute der marode O-Bus, morgen die Museumslokalbahn, übermorgen vielleicht Dieselfahrverbote?

Die aktuelle Misere der O-Busse in Salzburg macht es einmal mehr deutlich: Sind es heute die vielen altgedienten und maroden Vehikel, deren Zustand sich in der zur Schau getragenen Betroffenheit der maßgeblichen Politiker von Stadt und Land äußert, morgen sind es die in die Jahre gekommenen Triebwagen über 30ig Jahre alt, der Salzburger Lokalbahn SLB.

Zwar gut gepflegt, fahren sie ebenso am Limit der Verwendbarkeit und ohne verfügbare Reserven. Einzig das Projekt S-Bahn auf ÖBB-Schienen um Salzburg in die Region bis nach Bayern ist eine kleine Erfolgsgeschichte geworden.

Das war es aber schon.

Und der Blick in die Zukunft ist nicht besonders rosig. Jetzt wird über ein paar O-Busse lang und breit geredet, bis dieses punktuelle Thema erschöpft ist. Was aber immer noch fehlt, ist ein Gesamtverkehrskonzept für die kommenden Jahrzehnte, wenn nicht sogar für das ganze Jahrhundert:

Ein Gesamtverkehrskonzept für Salzburg und der angrenzenden Regionen!

Geht es aber nach den Vorstellungen der Salzburger Stadtpolitiker soll das „schwarze Loch“ unter der Salzburger Stadt den Stauknoten entscheidend lösen.

Das „Loch“ würde als moderne U-Bahn hochgelobt erst einmal nur in die zentrale Altstadt führen. Bei genauerer Prüfung halten sogar Experten diese Vorhaben mit den vorerst kolportierten Zuschüssen des Bundes für nicht realisierbar.

Weil eben Steuermittel ein knappes Gut geworden sind. Der vorerst angepeilte Endpunkt „Mirabell“ wird momentan von den Verantwortlichen unisono als Problemlösung für das nächste Jahrzehnt angepriesen, aber wieder nur mangels des großen Weitblicks.

Die Lokalbahn soll gemeinsam mit den S-Bahnen aus den Regionen beim Zentralhalt „Mirabell“ konzentriert die aufgehäuften Stauprobleme lösen, meint die Stadtpolitik. Wieder nur eine punktuelle Lösung ohne erkennbares „Gesamtverkehrskonzept öffentlicher Verkehr“. Und, mit Verlaub, was wird aus dem O-Bus und den über dreißig Jahren alten Triebwagen der Lokalbahn? Gibt es da schon ein Konzept?

Wer ein wenig Ahnung von technischer Problematik hat, stößt bei „Mirabell“ schnell auf Grenzen. Eines der vielen Problembeispiele sind die unterschiedlichen Stromsysteme, die auf „Mirabell“ zufahren müssten: 15000 Volt Wechselstrom der S-Bahn und 1000 Volt Gleichstrom der Lokalbahn. Kann das gut gehen?

Es soll, geht es nach dem Willen der Salzburger Stadtväter, ein Projektkonglomerat umgesetzt werden, das im vorigen Jahrhundert entwickelt worden ist, und sich an einer völlig veralteten Technik und Konzeption orientiert.

Die dramatischen Veränderungen in Gesellschaft, Bevölkerungsstruktur, Wirtschaft, Umwelt bleiben unberücksichtigt. Wieder sollen Millionen in der Erde versenkt werden, ohne Gesamtkonzept. Ja noch viel schlimmer: ohne spürbare Verkehrswirkung für die Region und besonders für den nordöstlichen Flachgau in Richtung Mattsee und Eugendorf.

Für Anif, Grödig und Richtung Berchtesgaden heißt es sowieso auf Jahrzehnte: Bitte warten!

Warum eigentlich? Schon im Oktober 2015 hat sich der Kreisrat des Berchtesgadenerlandes einstimmig zum Konzept RSB-ERB bekannt, die Salzburger Politik negiert dies offenbar ganz entschieden!

Noch nie wurde von Seiten der verantwortlichen Entscheider ein „Gesamtverkehrskonzept öffentlicher Verkehr“ erstellt, geschweige denn staatenübergreifend gedacht.

Es wird höchste Zeit, dass sich anerkannte, international erfahrene Fachkräfte außerhalb des Salzburger Dunstkreises dieses Großprojekts annehmen.

Alternative Vorschläge, getragen und mitfinanziert über den Verein RSB von 59 Gemeinden aus Salzburg, Bayern und Oberösterreich sind vorhanden. Sie wurden in der „EuRegio-Bahn-Studie 2015“ auf seine Machbarkeit untersucht, für sinnvoll und machbar befunden.

Die Salzburger Landes- und Stadtregierung schiebt sie beiseite und schweigt sie tot.

Der Verein RSB hat seit Jahren permanent alle Entscheidungsträger, Politik in Bund und Länder, Verkehrsdienstleistern und Medien über Missstände informiert und konkrete umsetzbare Vorschläge übergeben. Außer totschweigen ist wenig passiert!

Das muss nun aufhören!

Wir, der Verein zur Förderung der Regionalstadtbahn Salzburg-Bayern-Oberösterreich – kurz „Verein RSB“, stellen das von der Politik negierte Projekt „EuRegio-Bahn“ ab sofort der breiten Öffentlichkeit in den sozialen Medien vor – jede Woche ein Element des Gesamtverkehrskonzepts für das Bundesland, für den Zentralraum, für die Landeshauptstadt und in das benachbarte Berchtesgadener Land.

Ein staatenübergreifendes Vorhaben, das große Chancen hat ein förderwürdiges EU-Projekt zu werden. Schon die Studie 2015 ist mit einer halben Million Euro gefördert worden.

Wann und wie wollen unsere Entscheidungsträger eigentlich das Verkehrsproblem lösen?

In welchen Zeitschienen denkt unsere Politik?

Weiter mit punktuellen kleinen Lösungen ohne Zusammenhang, ohne Synergien, ohne Wirkung wie seit Jahrzehnten?

Salzburg steht vor einer Schwelle, entweder wird nun der erste große Schritt im Rahmen eines Gesamtkonzepts getan, oder es werden weiterhin Millionen sinnlos investiert die keine Wirkung erzielen!

Der Salzburger Politik fehlt der Weitblick und der Mut den richtigen Schritt zu tun, das zu tun

womit vergleichbare Regionen größte Erfolge erzielten.

Diesmal ist es mit KLECKERN nicht mehr getan.

Der Forderungskatalog des Vereins RSB zeigt auf was zu tun wäre, er ist auf der Homepage des Vereins einsehbar.

Salzburg braucht den Paradigmenwechsel!

Der neue Landesrat für Verkehr ist aufgerufen diesen Paradigmenwechsel einzuleiten.

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